Sprzeczna 4, also umfassende Vorfertigung

  • Ausführungsjahr: 2017
  • Standort: Warschau
  • Fertigteile: vorgespannte Decken, dreischichtige Wände, Säulen, Träger, nicht vorgespannt Decken, Treppenläufe und Podeste, Aufzugsschächte und Installationsschächte, Innenwände, Balkone
  • Anzahl der Fertigteile: 1142

Fertigung ja, Wohnungsbau noch nicht unbedingt

Als Budizol vor einigen Jahren das Apartmentgebäude an der Sprzeczna 4 in Warschau in Betrieb nahm, hofften einige auf eine wahre Renaissance der umfassenden Fertigung im polnischen Wohnungsbau.

Heute wissen wir, dass seitdem zwar einige technologisch ähnliche Projekte realisiert wurden, die Fertigung in Polen jedoch vor allem im Bereich wiederkehrender Industrie- und Lagerbauten sowie ausgewählter Bauelemente von Wohn- und Büroimmobilien beliebt ist.

In manchen Kreisen ist Sprzeczna noch immer eine unerzählte Geschichte, was vielleicht erklärt, warum die Anzahl solcher Projekte geringer ausfällt als von manchen erwartet. Mit diesem Beitrag wollen wir drei interessante Aspekte der Warschau-Praga-Investition näherbringen, die man kennen sollte, bevor man eine Bauentscheidung trifft.

Ungewöhnliches Grundstück? Kein Problem

Fertigteile werden besonders in Polen oft mit starren Lösungen assoziiert, einmal entworfen und dann jahrelang wiederholt. Kein Wunder – für viele ist das Referenzsystem immer noch das sogenannte „Großplattenbauweise“, die in den Städten an der Weichsel sehr verbreitet ist.

Moderne Fertigung ist jedoch nicht nur qualitativ viel hochwertiger, sondern auch bei Weitem flexibler. Ein Grundstück, das in einem spitzen Winkel zur Straße steht? Kein Problem, wir können praktisch jede Form für zentrale Bauelemente entwerfen und fertigen.

So entstand zum Beispiel der Abschnitt der Häuserfront mit dreieckigen Balkonen an der Sprzeczna 4. Das Gebäude selbst ist parallel zu den langen Grundstücksseiten ausgerichtet. Das Ganze passt harmonisch in die lokale Bebauung.

Blick aus dem Inneren der durchbrochenen Häuserfront an der Sprzeczna 4
Zuerst Masse, dann… nichts?

Heizkosten – und zunehmend auch Kühlkosten – rücken angesichts steigender Energiepreise immer mehr in den Fokus. Eine Möglichkeit zur Senkung dieser Kosten ist die Berücksichtigung der Masse. Thermische Masse, natürlich.

Sprzeczna 4 wurde aus Stahlbetonfertigteilen mit hoher thermischer Masse gebaut. Das bedeutet praktisch, dass das Gebäude sich langsam erwärmt und abkühlt. Dieser Effekt wird durch in ausgewählte Elemente eingebettete Phasenwechselmaterialien verstärkt. Der Phasenwechsel, also der Aggregatzustandswechsel, erfordert wesentlich mehr Energie als eine Temperaturänderung desselben Materials um einen Grad.

In Kombination mit guter Wärmedämmung und hoher Luftdichtheit des Gebäudes führt dies zu einer seltenen Lösung, die Besucher von Sprzeczna erst nach einem Moment des Nachdenkens oder nach einem Hinweis bemerken: Es gibt in den Gemeinschaftsbereichen keine Heizkörper. Einfach deshalb, weil sie nicht benötigt werden.

Stahlbetonkonstruktion, die im Winter keine Heizkörper benötigt
Qualität? Direkt aus der Fabrik

Die Fertigstellung ist ein mühsamer, oft schmutziger und sehr kostenintensiver Prozess. Was wäre, wenn man ihn vermeiden könnte? An der Sprzeczna hat das zumindest in gewissem Umfang geklappt. Zum Beispiel sind die Wände in Gemeinschaftsbereichen heute in genau dem Zustand sichtbar, in dem sie die Fabrik verlassen haben.

Sie glänzen. Ja, diese Wände sind so glatt, dass sie im Licht glänzen. Einige Bewohner beschlossen auch, in ihren Wohnungen die Wandflächen ohne Verputzen und Streichen zu belassen. Das verleiht den Innenräumen zweifellos Authentizität. Und es gibt natürlich viele weitere Möglichkeiten zur Wand- und Fassadenbeschichtung.

Werksfertige Wandoberfläche

„Mit euren Schächten gibt es keine Probleme‟ – sagte einmal ein Aufzugsmonteur. Tatsächlich ist die Präzision der Fertigung in der Fabrik in dieser Hinsicht unerreicht. Wer den Zeitplan einhalten möchte, entscheidet sich für Fertigungsteile.

P.S. Neben der Masse gibt es an der Sprzeczna 4 natürlich auch Skulpturales. Die neben dem Eingang eingravierte Sirene erinnert an den Kampf (für eine bessere Zukunft) mit einem Zeichenstift für die Planung.

Figur, die die Idee des Prager Gebäudes repräsentiert

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