Nutzlasten bis zu FÜNF Mal höher als üblich!
Etwa sechs Personen pro Quadratmeter – das ist schon ziemlich gedrängt. So lassen sich die Nutzlastwerte annähernd beschreiben, die in den meisten Gebäuden und Anwendungen üblich sind – sie überschreiten in der Regel nicht 5 kN/m². Aber was, wenn es 30 Personen pro Quadratmeter wären? Dann müssten sie sich stapeln. Solche Nutzlasten werden bei der Planung von Serverraumkonstruktionen angenommen: bis zu 25 kN/m². Besonders vorgespannten Bauelemente, vor allem vorgefertigte Decken und Balken, sind hier hervorragend geeignet.

Kinosaal an der Decke
Die hohen Lasten beschränken sich nicht nur auf das, was auf dem Boden steht. An den Decken verlaufen Kilometer von elektrischen Leitungen. Ihre Dicke und Anzahl sind in Serverräumen so groß, dass sie allein Lasten in Höhe von etwa 4 kN/m² erzeugen – vergleichbar mit den Nutzlasten in Kinoräumen. Die Übertragung dieser Lasten auf die Decken erfordert den Einsatz spezieller Montageschienen und Befestigungen.
Kalt, kälter, Serverraum
Die Herausforderungen enden nicht beim Gewicht. Die enorme Wärmeentwicklung durch Server erfordert komplexe und sehr leistungsfähige Kühlsysteme. Diese werden heutzutage auf einer separaten tragenden Struktur installiert. Meist handelt es sich um ein Stahlrost, das auf dem Dach auf Stützen steht – meist vorgefertigt. Wenn man die S8 auf der Strecke aus Warschau verlässt, kann man genau eine solche Lösung am Serverraum in Jawczyce an der Sadowa Straße 5 bewundern.

Montage gesondert kalkuliert
Eine präzise Kostenermittlung ist eine Sache. Bei Serverräumen muss auch eine andere Frage berechnet werden: die Tragfähigkeit der Konstruktion während der Montage. Die Bauelemente selbst erzeugen höhere als die üblichen Lasten, weshalb es notwendig ist, die Montage detailliert zu planen, um während dieser Phase die Stabilität der Konstruktion und die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten. Analysiert werden u.a. Verstärkungssysteme und die Verbindungen von vorgefertigten Elementen.
Standards? Nur die höchsten
Der hohe Schwierigkeitsgrad sowohl der Konstruktion selbst als auch der für den ordnungsgemäßen Betrieb erforderlichen Installationen erzwingt außergewöhnliche Genauigkeit in der Planungsphase – Fehler in der Dokumentation können äußerst kostspielig sein. Deshalb werden die Projekte in BIM-Technologie auf dem aktuell höchsten Standard, nämlich LOD 500, ausgeführt. Die Implementierung erlaubt, Kollisionen zu vermeiden und die Montage effizient durchzuführen.
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Die extrem hohen Anforderungen an die Festigkeit und die Komplexität der Konstruktion führen dazu, dass häufig vorgefertigte Bauteile verwendet werden. Aufgrund kontrollierter und reproduzierbarer Arbeitsbedingungen können die Fabriken die hohen Anforderungen erfüllen, und ein detailliert analysiertes und fehlerfrei ausgeführtes Projekt ermöglicht eine möglichst reibungslose Montage.
Bis April 2025 lieferte Budizol seine Produkte für zwei Serverräume in Warschau und einen in der Nähe von Berlin. Dazu gehörten u.a. vorgespannten (massive und mit Hohlkästen versehene) Decken, Balken (vorgespannt und unvorgespannt), Stützen und Wände.